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Ungerecht behandelt… ?
7. September 2015
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Wann war das letzte mal, dass du dich ungerecht behandelt gefühlt hast? Leider erinnern wir uns ganz gut an solche Situationen. Letztens ist mir folgendes passiert:

Auf der Einreise in die USA kam ich als letzter unsrer Familie dran, die Fingerabdrücke abzugeben, sowie das Bild zu machen, was jeder bei der Einreise machen muss. Dann schaute der Mann hinter dem Tisch (muss eine Art Polizist sein) etwas länger auf seinen Bildschirm, worauf er mich dann fragte, ob ich schon einmal von der Polizei festgenommen wurde. Diese Frage hab ich natürlich mit gutem Gewissen mit „Nein“ beantwortet. Darauf hin fragte er erneut: „…irgendeine Begegnung mit der Polizei“? – was ich wieder verneinte. Und wieder fragte er: „…sicher? Irgendwo, irgendwas mal mit der Polizei zu tun gehabt…?“ – „Nein – sicher nicht.“

Das Ganze kam mir komisch vor und ich überlegte kurz…dann fiel mir folgendes ein: Als ich letztes Jahr meine Papiere fürs USA-Visum ausgefüllt hatte, kam die Frage auf ob und wann ich Strafzettel für zu schnelles Autofahren bekommen habe („Speedingtickets“). Das hab ich ausgefüllt und angegeben dass ich schon geblitzt wurde. In dem Moment wurde mir klar, dass er diese Angabe meinen könnte. Sofort hab ich dann gesagt, dass ich schon geblitzt wurde, falls er das meine. Woraufhin er sofort so in der Art „Ahhhh – okay, also doch…“ antwortete. Ich erklärte ihm, dass das in Deutschland nicht direkt etwas mit der Polizei zu tun hat, dass ich einfach geblitzt wurde und die „Rechnung“ quasi nach Hause geschickt bekommen hab. Man muss dazu wissen, dass man in den USA normalerweise von der Polizei oder dem Sheriff direkt angehalten wird, wenn man beim zu schnellem Fahren erwischt wird. Und im Gegensatz zu Deutschland ist das schon eine größere Sache – je nach dem wie gut oder schlecht der Polizist oder Sheriff drauf ist.

Der Mann hinter dem Tisch nahm meinen Reisepass, steckte ihn in eine Hülle und rief eine Frau, welcher ich dann in ein Büro folgen sollte. Dort musste ich dann warten bis ich aufgerufen wurde. Das Problem an der Sache war, dass wir einen Anschlussflug erwischen mussten, und ich hatte nur noch ca. 30 Minuten Zeit um zu dem Gate zu kommen. Und der Flughafen war groß. Und ich sollte meinen Koffer erst noch holen und wieder abgeben. Und meine Familie war schon weiter gegangen und wussten auch nicht genau was jetzt los ist. Ich wartete ca. 20 Minuten und wurde dann aufgerufen. Nachdem der Polizist mir die erste Frage gestellt hat, beantwortete ich diese und hab höflich hinzugefügt, dass mein Anschlussflug in ca. 10 Minuten geht. Auf diese Frage antwortete er, dass ihm das egal sei und dass er jetzt einfach dieses Interview durchführen muss. Ein paar Fragen später lies er mich dann gehen, woraufhin ich dann losgerannt bin und aus Versehen im Büro mein Ticket liegen hab lassen. Ziemlich ärgerlich. Gerannt, Familie gefunden, gerannt, Koffer geholt und abgegeben, gerannt, Handgepäck-Sicherheitskontrolle durchlaufen, und gerannt. Gott sei Dank – wir sind noch rechtzeitig am Gate angekommen als das Boarding gerade durchgeführt wurde. Aber zum Danken war mir ehrlich gesagt erst mal nicht zu mute. Ich war echt geärgert darüber, dass ich wegen einem „Speedingticket“, welches ich vor Monaten oder Jahren in Deutschland bekommen hab, so lange aufgehalten wurde und deswegen fast den Anschlussflug verpasst hätte. Ich saß dann im Flugzeug und hab mich echt noch eine ganze Weile geärgert. Ich fühlte mich ziemlich ungerecht behandelt. Ein Strafzettel wegen zu schnellem Fahren. Ts.

Als ich da so saß und mich aufregte, fiel mir tatsächlich Jesus ein. Ich dachte: Okay, wie ungerecht und unfair wurde Jesus behandelt. Jesus wurde verurteilt und wurde ans Kreuz genagelt für Dinge, die er nicht getan hat. Er wurde umgebracht. Weil wir alle gesündigt haben, obwohl ER ohne Sünde war. DAS ist mal ungerecht. Ich kann mir nicht vorstellen was Jesus durch den Kopf gegangen ist. Menschlich gesehen war das richtig ungerecht. Und doch hat Jesus es für uns getan. Sünde muss bestraft werden. Er war der einzige, der ohne Sünde war, und er ist freiwillig für uns, an unserer Stelle dafür gestorben, damit wir frei sein dürfen. Und das wiederum zeigt, dass Gott BARMHERZIG und GERECHT ist.

Als mir diese Gedanken durch den Kopf gegangen sind, merkte ich, was für eine Kleinigkeit das Ganze war, was mir da grad passiert ist. Gar kein Vergleich zu dem, was Jesus alles durchlebt hat und wie er behandelt wurde. Ungerechtigkeit ist schlimm, gar keine Frage. Und es gibt natürlich viel, viel, viel schlimmere Dinge, die täglich passieren und ungerecht sind. Trotzdem dürfen wir immer auf Jesus schauen und ihm alles abgeben. Er kennt uns, er kann nachvollziehen was wir fühlen und mitmachen, weil er auch auf dieser Erde gelebt und diese Dinge erlebt hat.

Matthäus