Bericht
GemeindeNEUdenken – nachhaltig Gemeinde bauen
10. November 2015
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Am Freitag, den 30.10.2015 traten wir zu Fünft unsere Reise zum Kongress GemeindeNEUdenken – nachhaltig Gemeinde bauen nach Wiedenest an. Dort angekommen erhielten wir zuerst viele Einblicke in verschiedene Projekte, die sich vorwiegend mit Flüchtlingen beschäftigen und wie man ihnen dienen kann. Es war sehr interessant zu erfahren, wie andere Gemeinden und Projekte die Arbeit mit Flüchtlingen angefangen haben, wie sie die Arbeit praktisch umsetzen und welche Erfahren sie machen und bisher schon gemacht haben. Von Besuchen in Asylantenheimen, Deutschkursen, Besuche bei Ärzten, Bibelkursen und vielen weiteren Möglichkeiten wurde berichtet.

Nach der Stärkung beim Mittagessen ging es weiter mit verschiedenen Seminaren. Im Vorfeld konnte man sich aus 22 Seminaren für Freitag und Samstag jeweils 1 Seminar pro Tag aussuchen. Bei dem breitgefächerten Themenangebot war für jeden etwas dabei. Es gab Seminare rund um das Thema Gemeindewachstum und Gemeindeleitung, Hausgemeinden, multikulturelle Gemeinden und wie man Menschen aus anderen Kulturen begegnen kann, aber auch wie man z.B. Kreativität oder Sport in der Gemeinde einsetzen kann. Zu dem Austausch mit anderen Seminarteilnehmern über die praktische Umsetzung in der eigenen Gemeinde erhielt man viele gute und neue Anregungen und Ideen. Bei dem Seminar ,,Sport in unserer Gesellschaft! Und in unserer Gemeinde?“ wurden uns verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, um eine aktive Zeit mit anderen zu verbingen und sie so auch schon teilweise in den Kontakt mit der Gemeinde zu bringen. Neben den Olympischen Spielen für Kinder und gemeinsamen sportliche Aktionen (Wandertage/Fahrradtouren) erfuhren wir u.a. von einer Gemeinde, die sogar einen eigenen Fußballverein hat.

Im Anschluss an die Seminare, einem kurzen Austausch mit den Teilnehmern der anderen Seminare bei der ein oder anderen Tasse Kaffee, ging es direkt weiter. Dr. Heinrich Christian Rust sprach zu dem Thema „Der lange Atem Gottes – Wie viel Zeit hat Gott mit dieser Welt? Von der eiligen zur heiligen Gemeinde“. Er ging auf die Befindlichkeiten – also wie es und mit dieser Welt, mit der Gemeinde Jesu Christi und mit unserem persönlichen Leben geht- ein und ob wir das Gefühl haben in Eile/Hektik zu sein. Des Weiteren sprach er über die Motivation im Dienst, dass trotz allem Eifer für die Mission und die Gemeinde der Fokus ganz auf Gott bleibt. > Zuerst Jesus Christus, dann Mission Gottes, dann die Kirche. Als Gemeinde sind wir die Hoffnung der Welt und für andere; wir sind Hoffnungsträger. Unser Leben, Dienst und Gemeinde soll etwas vom Glanz der Herrlichkeit und der Ruhe wiedergeben. Der Schlüssel zum Glanz ist: sein Leben und Handeln dem Herrn zur Verfügung zu stellen.

Nach dem anschließenden Abendessen ging es mit dem Abendprogramm zum Thema: Gemeinde und Flüchtlinge weiter. Mitarbeiter, aus den vormittags vorgestellten Projekten und Flüchtlinge berichteten, wie sie in Kontakt kamen. Es war schön zu sehen wie sie Anschluss gefunden haben, sich teilweise inzwischen sogar selbst einsetzen um den neu ankommenden Flüchtlingen zu helfen. Was immer wieder aus den verschiedenen Berichten herausstach war, dass sich die Flüchtlinge einfach sehr über die gemeinsam verbrachte Zeit, Gespräche, Umarmungen und die daraus entstandenen Beziehungen freuen. Ein Ehepaar aus dem Iran sagte, dass sie alles zurücklassen mussten: Freunde, Familie, ihr Land- aber durch ein Projekt haben sie neue Freunde gefunden und das erleichtert ihnen einiges hier.

Am Samstag sprach dann Oivind Augland zum Thema „Mit neu gewonnenen Ressourcen Leiter trainieren“. Er forderte uns auf unser Leben – ebenso wie Jesus – zu investieren. Nur wenn wir selbst mit dem „Jesus-Virus“ infiziert sind können wir die Menschen in unserer Umgebung damit beeinflussen und infizieren. Unsere Leidenschaft soll zuerst Christus, dann der Gemeinde und Arbeit dienen und wir sollen aus Leidenschaft ein Kind Gottes sein! Gott liebt uns für das was wir sind und nicht für das was wir tun, können oder für das was wir einmal sein werden. Gottes Liebe ist nicht abhängig oder an Bedinungen geknüpft. Oivind Augland ging weiterhin darauf ein, dass wir uns aus Angst/Kontrolle zurückziehen werden, wenn wir uns abhängig von anderen, Angst oder Scham machen. Er sprach über ein Leben in Tranzparenz, das wir Durchhalten sollen und den Grund für unser Leben. > Ein gutes Team ist sich sicher in Gottes Liebe.

Nach diesem weiteren, sehr guten Vortrag war es wieder Zeit für die Seminare. Im Seminar „Interkulturell kompetent werden – ohne Angst, den Menschen anderer Kulturen zu begegnen“ ging es darum, dass wir nicht gleich dieses „Schubladendenken“ oder Vorurteile haben sollen, sondern lieber zuerst Fragen stellen sollen. Wir alle sind geprägt durch unsere Erziehung, Gesellschaft, Umfeld und haben eine „Kulturbrille“. Also lieber erstmal fragen: wie ist das bei euch, warum macht ihr das so? etc., anstatt sich einfach eine Meinung zu bilden, die wohlmöglich gar nicht richtig ist, weil man einfach selber hineininterpretiert.

Zum Abschluss gab es einen weiteren Vortrag von Dr. Heinricht Christian Rust zum Thema „Worauf fokussieren wir uns bei einem ,,gesunden“ Gemeindeaufbau? Was ist ,,gesundes“ Wachstum im Sinn der Nachhaltigkeit?“ Er sprach folgende Gesundheitsfaktoren für die Entwicklung einer gesunden christlichen Gemeinde an:
1. Gesundes Identitätsbewusstsein (z.B. Wie spreche ich über die Gemeinde in der Öffentlichkeit und im Gebet?)
2. Gesunde Lehre-Gemeindebildung (Wie und von wem lerne ich in der Gemeinde? Welche Bedeutung haben Predigt, Bibelkreis?)
3. Gesunde Gemeinschaft und Einheit (Wie erleben heute Menchen Gemeinschaft?)
4. Gesunde Leitung (Wie können die eigentlichen geistlichen Kompetenzen einer christlichen Leitung gefördert werden z.B. Demut, Dienst, Glaubensmut?)
5. Gesunde Mission- Die Breite der Sendung und die Tiefe des Glaubens (Welche Ebenen der christlichen Mission sind mir vertraut und welche sind mir weniger vertraut?)
Des Weiteren sprach er über die Berufung, dass die deine Berufung dort ist, wo du die Not siehst und wo du im Gebet weinst. >Eine Gemeinde ist nur so stark, wie viel sie gibt und nicht wie viel sie hat!

Rückblickend war es ein sehr tolles Wochenede, mit viel Input, neuen Ideen und Anregungen. Wir wollten euch einen kleinen Einblick über das Wochende geben und vielleicht kann die/der ein oder andere auch etwas für sich herausnehmen.