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April 2016
3. April 2016
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Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder (Gal. 5,13)

Von einem Seminar, dass ich kürzlich besucht habe, ist mir folgender Merksatz in Erinnerung geblieben: „Freiheit erleben wir in der engsten Beziehung zu Christus.“

Oberflächlich betrachtet schließt sich Freiheit und enge Bindung ja gegenseitig aus. Man denkt doch meist: Wenn ich frei bin, bin ich ungebunden. Freiheit habe ich, wenn ich tun kann, was ich will. Wenn ich mein eigener Herr bin. Wenn ich keine Pflichten habe. Bin ich somit also ohne Gott oder Jesus frei?

Nein, das wäre ein Trugschluss. Ein Mensch ohne Gott ist alles andere als frei. Er muss zum Beispiel immerzu versuchen, sich selbst zu verwirklichen, auch wenn das auf Kosten anderer geht. Er muss ständig versuchen seinem Leben, das – wie er glaubt – mit dem Tod zu Ende ist, einen Sinn zu geben. Er muss sich die Anerkennung, die jeder Mensch braucht, bei anderen Menschen holen. Der Preis dafür ist, dass er nach ihren Spielregeln leben muss. Er wird dazu vom Teufel hin und her gehetzt.

Von alledem bin ich frei, wenn ich „im Glauben an den Sohn Gottes lebe“. Ich bin dann nicht mehr den Gesetzmäßigkeiten der Sünde unterworfen. „Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal. 2,20). Ich muss mich nicht zwanghaft selbst verwirklichen. Ich habe bereits meine Identität gefunden. Jesus geht mit mir eine so enge Verbindung ein, dass er in mir ist und ich in ihm. Mein Lebenssinn ist es, in Gemeinschaft mit ihm zu leben, ihm zu dienen und ihn zu verherrlichen.

Also lasst Euch das gesagt sein: „Ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder“ (und Schwestern)!

Thomas Schmidt